Abrahamskreis

Der Abrahamskreis ist ein interreligiöser Gesprächskreis, der sich aus Muslimen sowie evangelischen und katholischen Christen zusammensetzt. Der Name des Kreises leitet sich von dem gemeinsamen Glaubensvater "Abraham" her.

Der Abrahamskreis thematisiert Glaubensfragen, die alle drei Religionsgemeinschaften betreffen. In den letzten drei Jahren wurden beispielsweise folgende Themen diskutiert:

  • Erziehung von Kindern
  • Schriftverständnis der Bibel und des Korans,
  • Bedeutung von Heiligen (z.B. Nikolaus), für das Christentum und des Islam
  • die Eigenschaften und das Wesen Gottes
  • Gebetskette (Thespe, Rosenkranz und Perlen des Glaubens)
  • Können Christen und Muslime einen gemeinsamen Gottesdienst feiern? Konkret: Wie gestalten wir die Einschulungsfeier im Jahr 2010?
  • Wie steht der Abrahamskreis zu den Thesen von Thilo Sarazzin?
  • Thema: Krieg und Frieden - im Christentum und Islam
  • Gottesdienstordnung

Das Ziel des Abrahamskreises lässt sich folgendermaßen beschreiben: Kennenlernen der anderen Glaubensgemeinschaft, Abbau von Vorurteilen, Entdecken von Gemeinsamkeiten, Hinterfragen des eigenen Standpunktes, Vertiefen des interreligiösen Dialogs, Austausch von Glaubenserfahrungen.

Der Ablauf der Treffen gestaltet sich wie folgt: Zunächst stellt jede Religionsgemeinschaft ihren Standpunkt zu dem jeweiligen Thema dar. Anschließend erfolgt die Diskussion, in der jedoch meist die Rück- und Verständnisfragen den Schwerpunkt bilden.

Erfahrungen: 1. Nur in einem kleinen Rahmen lassen sich sehr persönliche Ansichten austauschen. 2. Das Verständnis für andere Glaubenseinstellung wächst. 3. Die Selbstbesinnung auf die Fundamente des eigenen Glaubens wird bei solchen Dialogforen gefördert. 4. Die Nähe zwischen Protestanten und Katholiken in dieser Runde ist augenfällig; die Gesprächsbereitschaft der Moslems bemerkenswert. Es gibt ein greifbares Interesse an einem offenen Austausch. 6. Die Christen diskutieren ein sehr persönliches Gottesbild. Die Moslems zitieren als ihre Antwort auf Gottesfragen ehrfurchtsvoll den Koran. 7. Die persönliche Vertrautheit bzw. die oft außerhalb der Gemeinden gewachsenen Freundschaften sind unverzichtbare Grundlage des Dialogs. 8. Es bedarf noch vieler Gespräche, um in Religionsfragen ein tragendes Vertrauen und Verständnis füreinander aufzubauen.

Der Abrahamskreis trifft sich vier Mal im Jahr (Termine erfolgen nach Absprache) wechselnd in den jeweiligen Gemeindehäusern. Er wird geleitet von Jens Kloppenburg (Tel.: 65194).