Gesprächskreis "Gott und die Welt"

"Die Bibel hat ja etwas mit meinen Erfahrungen, mit meinem Leben zu tun."

So äußerten sich die TeilnehmerInnen nach unserem ersten Treffen vor  vielen Jahren.
Zu einer solchen Begegnung gehört es, dass man offen und ohne Vorbehalte aufeinander zugeht. So darf diese Begegnung auch nicht von einer Scheu vor dem "Heiligen Buch" geprägt sein, dem gegenüber man unfrei ist in seinen Äußerungen. Nein, ohne Bedenken sollen Vorbehalte, Kritik, Fragen, Zustimmung oder Abwehr, die aus der Konfrontation mit den Alltagserfahrungen aufbrechen, zum Ausdruck kommen. Und diese Alltagserfahrungen müssen ganz konkret eine Sprache finden, nicht nur in allgemeinen Begriffen wie Angst oder Sorge. Vor allem ist es daher wichtig, nicht vorschnell mit theologischen, religiösen oder dogmatischen Wörtern und Begriffen zu hantieren oder zu etikettieren. Man muss bereit sein, Fragen zu stellen und Kritik zu äußern und sie auch im Raum stehen zu lassen. Nur so ist es möglich, Betroffenheit auszulösen und offen zu werden für neue Anregungen und Erfahrungen.
Bei dem Gespräch mit der Bibel ist jedoch nicht nur der Dialog mit dem Text von entscheidender Bedeutung, sondern auch das Gespräch mit der Gruppe.
Die Gruppe besteht aus 6 - 8 Teilnehmer(innen). Die Abende werden gestaltet von Heinz Otto Hoffmann (Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft Salzgitter-Goslar-Bad Harzburg).

Der Bibelgesprächskreis trifft sich alle 14 Tage mittwochs um 19.30 Uhr im Pfarrhaus.

Ansprechpartner: Aksel Hahn (Tel.: 05321-6079)

 

Zur Geschichte

Über 70 Jahre besteht der Bibelkreis schon, und ist auch heute fester und wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens und deshalb im Leitbild der ev.-luth. Kirchengemeinde Oker verankert. Es ist eine elementare Aufgabe der Kirchengemeinde, die biblische Botschaft zu verbreiten. Während des Krieges war es verboten, in die Kirche oder zu kirchlichen Veranstaltungen, also auch zur Bibelstunde zu gehen. Wer es trotzdem tat, musste mit Repressalien rechnen, dies war sicher der Grund für die geringe Teilnehmerzahl während des Krieges. Nach Kriegsende kamen mit den Flüchtlingen viele neue Bibelinteressierte hinzu. Den Flüchtlingen war oft nichts außer ihrem Glauben geblieben. Diese Stunden waren ihnen sehr wichtig, um wieder Lebensinhalte zu finden. Oft kamen so viele Menschen, dass in zwei Stuhlreihen gesessen wurde. An kalten Tagen brachte man damals Holz und Kohlen zum Heizen mit. Lange Zeit fand der Bibelkreis wöchentlich statt und der Pfarrer teilte sich im Wechsel mit Laienpredigern die Betreuung des Kreises. Zurzeit finden die Treffen in 14-tägigem Rhythmus statt. Sie werden geleitet von dem Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft Heinz-Otto Hoffmann.

 

Was motiviert Menschen an der Bibelstunde teilzunehmen?

Die Beweggründe der heutigen Teilnehmer sind unterschiedlich, manchmal trägt eine tiefgreifende Veränderung im Leben dazu bei, sich mit dem Buch der Bücher zu beschäftigen und im Bibelkreis darüber zu sprechen. Man hofft Antworten zu finden, auf offengebliebene Fragen. Katharina Schauzu hat mir folgendes geschildert:„Ich bin erst seit einem halben Jahr ein festes Mitglied im Bibelkreis und erinnere mich daher noch sehr gut an den Moment als Frau Anders, lange Angehörige des Kreises, nach einem Gottesdienstbesuch zu mir kam und mich ansprach. Sie fragte, ob ich nicht mal zur einer Bibelstunde kommen wolle. Ich sagte sofort zu, denn nach dem Tod meines Vaters begann ich, mich viel intensiver mit dem Thema Gott und der Bibel auseinander zusetzen. So hatte bzw. habe ich natürlich noch immer viele Fragen und bin auch sehr interessiert, was andere über diese Thematik denken. Außerdem gehen mir während der Gottesdienste viele Gedanken durch den Kopf, über die ich ebenfalls gerne sprechen würde. Ich bin froh, dass Frau Anders mich damals angesprochen hat."

Zu Beginn einer jeden Bibelstunde wird gemeinsam gebetet und gesungen, dann wird ein Bibeltext gelesen und besprochen. Themen ergeben sich zum Beispiel durch Fragen aus der Predigt, die Teilnehmer bringen aber auch eigene Interpretation und Erfahrungen ein und diskutieren darüber. Es ist ihr dringender Wunsch, mehr von Gott zu hören, als dies im Gottesdienst möglich ist, sie möchten über ihren Glauben sprechen und ihre Glaubenserfahrungen mit anderen teilen. Daher nehmen Fragen und Diskussion einen breiten Raum ein. Gebet, Vaterunser und Gesang beschließen die Bibelstunde.

 

 

 

 

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