Die Martin-Luther-Kirche in Geschichte und Gegenwart

Denken sie mal knapp 200 Jahre zurück. An den Anfang des 19. Jahrhunderts. Oker wird von der Industrialisierung erfasst. Die Hütte wird gebaut und macht Oker zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort. Viele Arbeiter kommen hierher, Geschäfte und Kaufleute siedeln sich an, Oker wächst und wächst. Aber etwas ganz Entscheidendes, worauf die Menschen damals unter keinen Umständen verzichten wollten, das fehlte noch. Und darüber schreibt der damalige Lehrer Herr Haltenhoff im „Harz-Boten“ von 1829:

„… vor langer Zeit beseelte der sehnliche Wunsch die Bewohner des von der Natur so sehr begünstigten Hüttenortes Oker, ein eigenes Gotteshaus zu besitzen… denn so beschwerlich und mit so vielen Opfern auch unser bisheriger Kirchenbesuch in der benachbarten Kirche zu Harlingerode verbunden war, so kann doch niemals die jetzt so allgemein gewordene Klage über Lässigkeit des Kirchengehens die Bewohner des Hüttenortes Oker treffen; ich, der ich zwanzig Jahre solches zu beobachten Gelegenheit hatte, darf, ohne zu schmeicheln, laut erklären: die Okeraner waren selbst in dem schlechtesten Wetter und der ungünstigsten Jahreszeit die fleißigsten Kirchengänger. Kein Ongefähr, noch irgend andere Absichten, sondern ächter Sinn für Religiosität belebte die jetzt hier lebende Generation… man fühlte den Mangel eines eigenen Gotteshauses immer mehr und mehr, und der Wunsch, solches zu erlangen, wurde immer reger und ernstlicher.“

Und dieser Wunsch erfüllte sich. 1836 wurden die Bauarbeiten an der Martin-Luther-Kirche abgeschlossen. Am 1. Advent wurde sie eingeweiht. Oker hatte eine Kirche. Und von Anfang an war klar: Diese Kirche war nicht nur ein geographischer Mittelpunkt des Ortes, sondern auch ein Mittelpunkt im Leben der Okeraner.

Und dieses Leben blühte:

1848 wird der Schützenverein in Oker gegründet. 1875 erfolgt die Gründung des Vfl Okers. 1886 formiert sich der Männergesangverein „Fortuna“. 1898 gründet sich der Harzklub „Zweigverein Oker“ mit 27 Mitgliedern.

Neben dem weltlichen Leben blühte das kirchliche Leben. Man war ein Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde in Oker. Keine Diskussion. Nahezu alle Okeraner(innen) wurden getauft und konfirmiert, kirchlich getraut und kirchlich bestattet. Der sonntägliche Gottesdienst erfreute sich großer Beliebtheit. Dass Anfang des 20. Jh. viel Geld in die Martin-Luther-Kirche investiert wurde, war die notwendige Konsequenz. 1903 wurde die Kirche renoviert und die 2. Kirchturmglocke eingeweiht. 1904 baut Firma Weule (Bockenem) eine Turmuhr in den Kirchturm. Auch die zwei bemalten Chorfenster, gespendet von der Hüttenverwaltung, stammen aus dieser Zeit.

Die Zeit des 2. Weltkrieges stellte die Gemeinde vor schwere Aufgaben. Frauen und Kinder, die wegen des Bombenkrieges aus den Städten evakuiert wurden, und viele Flüchtlinge mussten in Oker eine neue Heimat finden. Darunter waren zahlreiche Katholiken, so dass 1952 die St. Konrad-Kirche eingeweiht werden konnte. Pastor Althaus leitete die Evangelische Gemeinde während des Nationalsozialismus. Ein mutiger Pfarrer, der in dieser Zeit über dem Eingangsbereich anbringen ließ „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort.“ Das Inventar der Martin-Luther-Kirche, wie beispielsweise die 2. Glocke, wurde für Rüstungszwecke missbraucht.

Nach den Wirren des Krieges „erholte“ sich Oker allmählich. Das Leben kehrte zurück und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten, insbesondere auf dem Unterhaltungssektor. Zeitweilig verfügte Oker über drei Kinos und eine über die Region hinaus bekannte Diskothek. Die Bevölkerung wuchs, so dass Oker schließlich 1952 die Stadtrechte erhielt.

Diese Entwicklung und dieser Wohlstand wirkte sich auf das kirchengemeindliche Leben aus. 1956 erhielt die Kirche eine moderne Gasheizung, 1965 die 3. Glocke. Sie wurde von dem Rechnungsführer Günther Demut gespendet. Die Weihe nahm Pastor Schünemann vor. Und schließlich das wichtigste Ereignis: Am 23. Juni 1966 wurde die Paulus-Kirche von Landesbischof Dr. Heintze geweiht. Eine neue Kirchengemeinde entsteht mit einem eigenen Profil.

Ende des 20. Jahrhunderts kommt die Wende. Auch wenn in den 90er Jahren die Martin-Luther-Kirche im Inneraum saniert und das Gemeindehaus Katharina-von-Bora (Am Stadtpark 13) gebaut wird, stagniert das Wachstum. Die Bevölkerungszahlen sind rückläufig. Die Anzahl der Sterbefälle übersteigt zunehmend die Geburtenrate der Kinder. Der Prozess des Wachstums glitt und gleitet unaufhaltsam über in einen Prozess des Schrumpfens. müssen. Die Existenz der Grundschule in Oberoker steht in Frage. Geschäfte müssen. Die Bevölkerung schrumpft.

Die Kirchengemeinde bleibt von dieser Entwicklung nicht unberührt. Im Jahr 2004 fusionierten beide Kirchengemeinden. Der Verkauf des Pfarrhauses in Unteroker erfolgte im Jahr 2007, der Verkauf des ehemaligen Paulus-Gemeindezentrums 2009. In diesem Jahr mussten die Orgel und die Glocken der Paulus-Kirche veräußert werden. Der endgültige Abriss des Glockenturms fand in dieser Woche statt. Das Gebäude der Kita Martin-Luther wird schließen. Es wird in Zukunft nur noch zwei Kindertagesstätten geben.

Nach der langen geschichtlichen, aufsteigenden Entwicklung ist also seit einigen Jahren eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen, die jedoch auch Chancen des Zusammenwachsenes und des zusammen Wachsens bietet.

 

Zur Bauunterhaltung der Martin-Luther-Kirche

Der einleitende Text zu dem Thema Kirchengebäude verdeutlicht: Es ist gerechtfertigt, wenn bauliche Maßnahmen erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen binden. Die Martin-Luther-Kirche benötigt dringend einen neuen Außenanstrich sowie eine Sanierung des Kirchendaches. Diese Sanierungsmaßnahmen können zu einem großen Teil nur über Spendenmittel finanziert werden. Daher freuen wir uns über Ihre Unterstützung.

 

Bilder der Martin-Luther-Kirche

Martin-Luther-Kirche
Martin-Luther-Kirche
Martin-Luther-Kirche
Martin-Luther-Kirche
Martin-Luther-Kirche

 

Zur Bedeutung der Kirchenorgel

Wie ist es zu rechtfertigen, dass wir in die Generalüberholung der Orgel in die Martin-Luther-Kirche ca. 55.000. Euro fließen sollen? Welchen Stellenwert hat die Orgel für Menschen und die kirchengemeindliche Arbeit?

Den Grundtext für die Bedeutung der Kirchenmusik finden wir im 3. Kapitel des Kolosserbriefes (Vers 16): „Das Wort Christi soll reichlich unter euch wohnen: in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig mit Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern, die ihr in Anmut in euren Herzen für Gott singt." Dieser Vers entfaltet, wie das Wort Christi in der Gemeinde wohnen soll: durch Belehrung und durch Ermahnung. Dieses seelsorgerliche Handeln geschieht durch Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder. Gemeint ist hier kein schweigendes Lied des Herzens, sondern ein Singen, an dem die ganze Person beteiligt ist. Durch den Gesang bringt Christus sich selbst zu Gehör. Die Gemeinde gibt dem Wort Christi ein Zuhause, einen Klangbereich, in dem er selbst lebendig wird und sich in das Herz einprägt.
Vor diesem Hintergrund bekam das geistliche Lied durch die Reformatoren (16. Jh.) einen ausgesprochen hohen Stellenwert.
Hier setzt die Bedeutung der Orgel an. Insbesondere seit der Reformation (16. Jh.) gewann sie zunehmend an Bedeutung. Die Orgel intonierte und begleitete geistliche Lieder; sie förderte den Gemeindegesang und damit die mit dem Gesang verbundene Wortverkündigung. Sie interpretierte die Melodien sowie die Liedtexte durch Harmonien, Vorspiele und Choralfantasien (auch für den freien Konzertgebrauch). Die Orgelmusik steht deshalb zu allererst im Dienste Verkündigung des Evangeliums. In diesem Sinn formuliert Bischof Wilhelm Kempf: "Es gilt, im Bewusstsein der Kirche von heute... wieder lebendig zu machen, dass die heilige Musik, die Musica sacra, nicht ein Ornament, nicht eine Zutat, nicht eine im Grunde entbehrliche Randverziehrung... der christlichen Frömmigkeit ist, sondern ihr wesentlicher Bestandteil..." Orgeln sind Stimmen des Glaubens. Sie erzählen von der Schönheit der Schöpfung, von den Freuden und Klagen der Menschen, von der Erlösung in Christus, von Gottes Liebe und dem Wirken seines Geistes. Orgeln sind eine Stimme des Gebets. Wenn wir in einer Kirche sitzen und Orgelmusik erklingt, entstehen leichter Gespräche: Gespräche mit uns selbst und mit Gott.
Über diese Funktion der geistlichen Liedbegleitung und Liedinterpretation hinaus entwickelte im ausgehenden 16. Jahrhunderte eine konzertante Orgelliteratur, die von einer sich immer stärker entwickelnden Virtuosität geprägt ist. Die vielfältigen Formen der Orgelkunst hat Johann Sebastian Bach mit überragender geistiger Kraft und genialer musikalischer Gestaltung zu einer vorläufig die Entwicklung abschließenden Vollendung gebracht. In den folgenden Jahrhunderten entstand eine weitere Fülle von konzertanter und geistlicher Orgelmusik, von denen auch vieles auf der Engelhardt-Orgel in der Martin-Luther-Kirche darzustellen ist und in gut besuchten Konzerten bereits dargeboten wurde.
Damit sind wir bei einem weiteren Gedanken, der die Summe von 55.000,- Euro für den Erhalt der Orgel aus Sicht des Kirchenvorstandes rechtfertigt: das konzertante Orgelspiel. Orgelmusik, wie auch Musik im Allgemeinen, hat eine therapeutische Wirkung. Sie kann heilend, tröstend entspannend und antriebsfördernd wirken. Orgeln sind Stimmen der Seele. Es gibt Dinge, die kann man mit Worten nicht sagen, aber mit Musik / Orgelmusik ausdrücken. Weil Musik präverbal ist: D.h. das erste was ein Kind im Bauch seiner Mutter wahrnimmt, sind ihre Stimme, Geräusche und natürlich die Musik der Umgebung. Diese Musik erzeugt (vor den Worten = präverbal) bereits Stimmungen, Gefühle in dem heranwachsenden Säugling. Daher berührt Musik meist tiefer als Worte. Sie erreicht die Seele, das Innerste im Menschen wie kaum etwas anderes Orgelmusik kann Trauer und seelischen Schmerz lösen. Sie erreicht tiefste Schichten unserer Seele. Angstgefühle können sich entladen, sie eine seelisch reinigende Wirkung haben und das seelische Gleichgewicht stabilisieren. Wie kaum ein anderes Instrument. Sie gilt eben als die Königin der Instrumente.

In diesem Sinn formuliert Bischof Wilhelm Kempf: "Es gilt, im Bewusstsein der Kirche von heute… wieder lebendig zu machen, dass die heilige Musik, die Musica sacra, nicht ein Ornament, nicht eine Zutat, nicht eine im Grunde entbehrliche Randverziehrung… der christlichen Frömmigkeit ist, sondern ihr wesentlicher Bestandteil.…"

 

Beschreibung der Orgel

In der Martin-Luther-Kirche zu Oker schlummert ein Kleinod des Herzberger Orgelbauers Andreas Engelhardt. Das Instrument stammt aus dem Jahr 1841, genießt Denkmalschutz und gilt als eines der beispielhaften Werke dieser bedeutenden Harzer Orgelbauwerkstätte.

Engelhardt wurde am 19.12.1804 in Lossa, im Grenzgebiet von Sachsen-Anhalt und Thüringen, geboren. Über seine Lehr- und Gesellenzeit ist nichts überliefert, in seinen Werken sind jedoch Einflüsse des thüringischen und sächsischen Orgelbaues zu finden. Der Betrieb wird über zwei Generationen bis 1880 geführt. In dieser Zeit werden 101 Orgelneubauten und Umbauten ausgeführt, 48 dieser Orgeln sind ganz oder wesentlich erhalten. Engelhardts Orgeln sind klanglich in die Zeit des Übergangs vom Barock über den Klassizismus bis zur Frühromantik einzuordnen.

Die Orgel in Oker wurde 1841 mit einem Manual und Pedalwerk und insgesamt 13 Stimmen eingeweiht. Folgende Eingriffe veränderten die Originalsubstanz: 1. Um 1900 wurde die ursprünglich einmanualige Orgel im Stil der Hochromantik um ein zweites "liturgisches Klavier" (Flöte harm. 8', Aeoline 8', Membranlade) erweitert. 2. Zu Rüstungszwecken mussten für den 1. Weltkrieg die hochlegierten Zinnprospektfeifen (sichtbare Pfeifen) abgegeben werden, ein Ersatz aus einfachem Zink wurde geliefert und eingebaut. 3. 3. 1986 wurde die Orgel durch den Okeraner Orgelbauer Hans-Heinz Blöß umgestaltet (beispielsweise: Erneuerung und Erweiterung des II. Manuals, freistehender Spieltisch).

Trotz dieser Eingriffe ist das Orgelgehäuse, der Blasebalg sowie das Engelhardtsche Pfeiffenwerk von 13 Stimmen im Original erhalten. Die denkmalgeschützte Orgel ist somit in ihrer historischen Klangcharakteristik erlebbar. So bietet das Hauptwerk feinste Klangabstufungen und überzeugt mit einem voluminösen, ausdrucksstarken Klang, der durch die ausgewogene Disposition im Pedal komplettiert wird.

Seit der erwähnten Umgestaltung durch Orgelbauer Blöß im Jahr 1986 wurde das Instrument zwar regelmäßig gewartet, aber nicht überholt. Durch rege Nutzung des Instrumentes sowie zeitbedingte Verschleißerscheinungen präsentiert sich dieses historisch und klanglich wertvolle Instrument in einem mangelhaften Zustand. Die inzwischen häufiger auftretenden Reperaturmaßnahmen lassen erkennen, dass selbst die Funktionstüchtigkeit und Zuverlässigkeit dieses Instrumentes nur noch eingeschränkt gewährleistet ist. Eine umfassende Generalüberholung ist dringend notwendig geworden.

 

"Warum musste die Orgel saniert werden? Sie spielte doch noch und klang doch auch gut..."

Eine Orgel besteht aus vielen tausend Einzelteilen und alle Teile haben eine begrenzte Lebensdauer. So ist die aus Holz und Leder gebaute Lunge der Orgel, die Balganlage im Kirchturm, 170 Jahre alt. Im Laufe der Jahrzehnte ist das Holz getrocknet, das Leder ist mürbe und spröde geworden. Beide Materialien sind gerissen und ein großer Teil des im Balg gespeicherten Winds entweicht. In der Vergangenheit wurden die Bälge mehrmals provisorisch geflickt, da ein Ausbau der Bälge immer einen großen Aufwand darstellt. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die Bälge nicht mehr zuverlässig flicken lassen.

Um 1930 wurde ein Orgelmotor eingebaut, um die Balgtreter zu ersetzen. Nach 70 Jahren sind die Lager verschlissen, beim Anlaufen des Motors vibriert der Fußboden. Der Motor saugt die kalte und feuchte Luft aus dem Kirchturm an und versorgt die Orgel damit mit Wind. Da die Temperaturunterschiede sehr groß sind, schädigt dieses das Instrument. Das soll durch einen Ansaugkanal aus dem Kirchenraum heraus abgeändert werden. Ein Großteil der Pfeifen ist oben offen. Staub und Schmutz vieler Jahre sind in die Pfeifen eingedrungen, haben sich abgelagert und beeinträchtigen so den Klang und die Stimmung der Orgel. Andere Pfeifen (ca. 160 Stück) sind mit einem Verschluss, dem Pfeifenspund, versehen. Mit diesem wird die Pfeife gestimmt. Ein Spund ist mit Leder abgedichtet und sitzt im normalen Zustand so fest an, dass er sich hoch- und runterschieben lässt, von alleine aber nicht verrutschen kann. Da auch dieses Leder verschlissen ist, lassen sich viele Spunde nicht mehr bewegen, andere sind locker und rutschen. Diese Pfeifen sind nicht mehr stimmbar.
Ein großer Teil der anstehenden Arbeiten besteht darin, die in den letzten beiden Umbauten eingebauten Teile auszutauschen bzw. zu überarbeiten. So wurde unter jeder Pfeife eine Dichtung aus Kunststoff eingebaut. Diese löst sich mit der Zeit durch das An- und Abstellen der Register und verschiebt sich, die dazugehörige Pfeife bekommt keinen oder zu wenig Wind. Die Pfeife klingt stark verstimmt oder es ist gar kein Ton zu hören. Viele Kleinteile von der Windlade, das ist das Hauptteil der Orgel, wo die Pfeifen angesteuert werden, müssen ausgetauscht bzw. überarbeitet werden.Die „neuen" Schubstangen aus Aluminium halten den Belastungen auf Dauer nicht stand und sind nur schwer zu bewegen. Nach altem Vorbild sollten diese wieder in Schubstangen aus Holz ausgetauscht werden.Die Orgeltasten für Hände und Füße sind in ihren Führungen ausgespielt, das heißt, sie bewegen sich leicht nach links und rechts. Unter den Tasten befinden sich Filzpolster, die Geräusche beim Spielen dämpfen sollen. Da der Filz marode geworden ist, hört man die Tasten klappern. Nach Ende aller technischen Arbeiten werden alle gereinigten und überarbeiteten Pfeifen stimmenweise eingesetzt und nach dem originalen Klangbild ausintoniert. Intonation bedeutet nicht stimmen, sondern das Einstellen des Klanges in Stärke, Charakter und Ansprache.Bei den Untersuchungen stellten wir fest, dass Ihre Orgel im Originalen, in der Tonhöhe wie es heute üblich ist, eingestimmt wurde. Das ist sehr ungewöhnlich, denn in der Zeit, in der die Orgel entstand, wurden alle Orgeln höher gestimmt. Dieses wird in den Orgelfachkreisen auf großes Interesse stoßen. Ich bin mir sicher, dass die Orgel nach den umfangreichen Arbeiten den Orgelspielern und der Kirchengemeinde wieder lange Freude bereiten und für die nächsten Jahrzehnte bei einer guten Pflege störungsfrei zum Lob Gottes erklingen wird.

Udo Feopentow (Orgelbaumeister & Intonateur)

 

Sanierung der Engelhardt-Blöß-Orgel

Von Mai bis November 2011 wurde die Engelhardt-Blöß-Orgel der Martin-Luther-Kirche general saniert. Die Maßnahmen wurden von der Firma "Feopentow Orgelbau" durchgeführt. Das Eröffnungskonzert fand im Rahmen des Jubiläums "175 Jahre Martin-Luther-Kirche" am 26. November statt. Prof. Oliver Curdt (Klarinette) und Wieland Curdt (Orgel) konzertierten vor 180 Besucher(innen). Das Konzertprogramm spannte einen Bogen von Bach bis zur Romantik (F. Poulenc). Das begeisterte Publikum applaudierte mit Standing ovations. In einer einleitenden Rede dankte Pfarrer Curdt allen Sponsoren und Spendern. Die Kosten für Sanierung betrugen 56.0000,- Euro.

Ihr Ansprechpartner

Kirchenvorstandsvorsitzender
Norbert Bengsch
05321/61984
norbert.bengsch@kirchengemeinde-oker.de